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Schneller Draht zu uns:




Es ist der größte Wunsch eines jeden Tierschützers, irgendwann einmal als Tierschützer überflüssig zu sein. Vielleicht dauert das noch Generationen.
Mit der Adoption eines "gebrauchten" Hundes helfen Sie uns ein stückweit dabei!

Unsere Hilfe kommt immer dort zum Einsatz, wo ein Tier sie benötigt, egal, ob vor unserer Haustür, in irgendeiner Vermehrerfarm im Ostblock oder im hintersten Zipfel von Europa - erfahren wir von Leid, das wir lindern können, tun wir es. Das ist eine Herzensentscheidung. 
Infolgedessen ist aber auch der aus ihrem Vorleben resultierende körperliche und seelische Zustand unserer Tiere durchaus sehr unterschiedlich. 

Viele angeführte Punkte stimmen für die meisten unserer Tiere überein, dennoch möchten wir an dieser Stelle speziell auf unserer Hunde eingehen, die von sogenannten Vermehrern kommen - Elterntiere, der so lukrativ verkauften, viel zu kleinen Welpen verschiedenster Rassen - eben weil sie aufgrund ihrer Vergangenheit so "speziell" sind. Und auch um Ihnen zu zeigen, was unsere Pflegestellen hier leisten.

Denn: diese Hunde vegetieren in aller Regel in engen Räumen (oder gar Boxen) zu vielt vor sich hin, müssen Kinder bekommen und säugen, danach bekommen sie Hormonspritzen, damit sie schnell wieder läufig werden, und wenn sie nicht genügend werfen oder vielleicht (durch den Stress) gar nicht aufnehmen und trächtig werden, werden sie an die nächste Vermehrerfarm weiter verschachert oder - wenn sie sehr viel Glück haben - an uns weitergegeben. Die Hunde hatten KEIN Leben oder zumindest nicht ansatzweise das, was wir darunter verstehen. Sie kommen in ihre Pflegefamilien und kennen zunächst gar nichts. Sie haben null Muskulatur, sie sind NICHT stubenrein, sie können nicht an der Leine laufen, keine Treppen steigen, sie bellen meist wochen- oder monatelang nicht, sie spielen nicht, und sie fressen und trinken teilweise nur nachts und/bzw. im Dunkeln. 

Die Hündinnen haben oft Angst vor Männern und/oder tiefen Stimmen, manche machen sich allein beim Anblick schon völlig steif oder lassen sich flach auf den Boden fallen. Schnelle Bewegungen auf den Hund zu ängstigt ihn oft ebenso wie alle Handbewegungen von oben. 

Das ist der Ist-Zustand, in dem die Hunde sich üblicherweise befinden, wenn sie zu uns kommen. Sie sind geimpft und gechipt sowie kastriert, mehr aber auch nicht. Zudem sind sie unter- und natürlich fehlernährt, weil diese Tiere zwar Welpen und damit Geld produzieren sollen, gleichzeitig aber auch am Futter gespart wird. Das ist zwar ein ertragswirtschaftlich gedacht nicht sinnvoller Vorgang, die Hunde zeigen uns aber, dass die Praxis genau so aussieht.

In ihren Pflegestellen lernen sie - meist im Verbund mit bereits vorhandenen, lebensfrohen Hunden - die ersten Schritte im richtigen Leben eines Hundes. Sie werden sauber, sie lernen das Leine Laufen, sie beginnen zu begreifen, dass Menschen gut sein können und binden sich meist zum ersten mal stark an einen von ihnen. Unsere Pflegemamas dürfen meist nicht einmal alleine ins Bad, denn selbst dahin werden sie still verfolgt...

Viele der Hunde schlafen auch erst einmal wochenlang sehr viel; sie erholen sich ganz einfach von diesem enormen Stress. Bei vielen brechen urplötzlich Infekte hervor, Augen- und Ohrenentzündungen, die jahrelang vor sich hin dämmerten, werden erstmalig behandelt. Eine Zahnsanierung ist in den allermeisten Fällen notwendig. Je nachdem, welche Abfälle die Hunde zu fressen bekamen, ist der Zahnstand und Zahnsteinbefall mal mehr mal weniger schlimm. Und natürlich spielt es eine große Rolle, wie alt der Hund ist. Je länger das Martyrium, desto schlechter der Allgemeinzustand des Tieres. 
Nicht selten wird ein solches Tier zu Beginn einer eventuellen med. Behandlung in Deutschland vom Tierarzt um Jahre älter geschätzt, als nach einigen Wochen. Haut und Fell regenerieren sich; allein die Futterumstellung auf hochwertige Kost verändert den gesamten Hund nach kurzer Zeit. Nur die Seele braucht manchmal ein bisschen länger...

Mit anderen Worten: Alles, was ein Hund können muss, um gut und in Frieden und vor allem mit Spaß für alle Beteiligten in einer Familie zu leben, kann man ihm beibringen - und muss man bei diesen Hunden auch. Unsere Pflegestellen leisten hier eine unblaublich wichtige und grundsteinlegende Arbeit, können aber in den seltensten Fällen einen "fertigen" Hund an seine neue Famlie übergeben.

Für keinen unserer Hunde können wir also die Hand ins Feuer legen dafür, dass er gut alleine bleiben kann, eine ordentliche Kondition bekommt, eine gute Gesundheit behält, (die Startbedingungen für diese Hunde sind ja denkbar schlecht, allein was die Ernährung anbelangt, von der medizinischen Versorgung ganz zu schweigen...), nicht doch nochmal eine Phase haben wird, in der sie/er übermäßig viel bellt, und so weiter - selbst wenn diese Eigenschaften in der Pflegefamilie zunächst so gezeigt werden oder dort eben z. B. überhaupt noch nicht gebellt wird.
Oft tauen diese Hunde erst nach vielen Wochen wirklich auf und zeigen ihre wahren Eigenschaften.


Hat man keine bis wenige Erwartungen an dieses neue Familienmitglied, wird man jedoch reich belohnt. Immer wieder einmal bekommen sogar unsere Pflegefamilien schon die geballte Ladung aufgestauter Liebe und Lebensfreude zu sehen und zu spüren; fast immer wird der Hund diese in seine zukünftige Familie einbringen.


Wer sich einen solchen Hund ins Haus holt, sollte bereit sein, sich gemeinsam mit dem Tier zu entwickeln und wer mit gütiger Liebe auf solch' einen Vierbeiner blickt, darf eine enorme Metamorphose von der farblosen Raupe zum schillernden Schmetterling erleben. Die Übung in Geduld und Achtsamkeit ist in diesem Prozess inklusive ;-)


Ihre
Bettina Jatzkowski & TfA-Team

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